Erasmus+ Lehrenden-Aufenthalt von Ramona Hocker an der Masaryk University Brno

Die an der GMPU durchgeführten Editionsprojekte im Bereich Alte Musik werden auch international mit großem Interesse aufgenommen. Ramona Hocker wurde eingeladen, im Rahmen eines Erasmus+ Lehrenden-Aufenthalts Studierenden und Kolleg*innen der Musikwissenschaft der Marsaryk-Universität in Brno (Tschechische Republik) die GMPU-Projekte „Fux im Dom“ und „PENELOPE 2025“ vorzustellen. Ein besonderer Schwerpunkt der in Brno abgehaltenen Lehrveranstaltungen lag auf der Verzahnung von Wissenschaft und Praxis und auf den daraus resultierenden gegenseitigen Inspirationen, die sich einerseits in der Edition und andererseits in der Probenarbeit niederschlugen. 

Im musikwissenschaftlichen Seminar erhielten die Studierenden Einblicke in die Projektarbeit von der Quelle bis zur Aufführung. In einem gemeinsamen Planspiel wurden dabei die Arbeitsbereiche und die dafür erforderlichen (musik-)wissenschaftlichen, organisatorischen wie praktischen Kompetenzen erkundet. Der zweite Teil des Seminars war der Organisation und Durchführung der Editionsarbeiten gewidmet, wobei neben der Editionsmethodik auch die Aufgaben von Kopisten des 18. Jahrhunderts und Editor*innen im 21. Jahrhundert diskutiert wurden. Die Studierenden durften schließlich mit Feder und Tinte ausprobieren, wie anspruchsvoll die Kopistentätigkeit war. 

In der Vorlesung stellte Ramona Hocker einige Forschungsergebnisse aus der Quellenarbeit vor und erläuterte die methodische Vorgehensweise beim Erstellen einer kollaborativen Edition mit Studierenden für die Musikpraxis an einer Musikuniversität. Anhand der Videodokumentationen zu Fux und Penelope (Publikation in Vorbereitung) erhielten die Studierenden wie Kolleg*innen zudem lebendige Einblicke in die klingenden Ergebnisse der wissenschaftlichen wie interpretatorischen Arbeit an der GMPU. 

Der Aufenthalt in Brno war eine wertvolle Gelegenheit zum gegenseitigen Lernen und Inspirieren, zur Diskussion mit den Studierenden und zum wissenschaftlichen Austausch mit den Kolleg*innen des Instituts. Ein weiterer, künftiger Ideenaustausch bzw. mögliche gemeinsame Projekte an der Schnittstelle von Musikpraxis und Wissenschaft und über die Ländergrenze hinweg sind in Planung.