Bis zum 15. März 2026 läuft in der GMPU die Dokumentarausstellung „Antonio Smareglia – Istrianische Hochzeit“. Der ORF-Kärnten hat einen Ausstellungsbericht veröffentlicht, der hier nachzuhören ist.
Die Dokumentarausstellung über den Komponisten Antonio Smareglia (1854 – 1929) und seine Oper „Istrianische Hochzeit“ widmet sich dem künstlerischen und kulturellen Umfeld im mitteleuropäischen Raum, den gegenseitigen slawischen, italienischen und deutschen Verflechtungen und Einflüssen. Die auf den Ausstellungsplakaten dokumentierten Verbindungen von Porträts, Auszügen aus der Partitur, historischen Ortsansichten und mehrsprachigen Texten zeigen, wie eng Musik, Literatur, Sprache und Identität miteinander verflochten sind.
Antonio Smareglia, in Pola (heute Pula) zur Zeit der österreichisch- ungarischen Monarchie am 5. Mai 1854 geboren, besuchte in Österreich, in Graz und Wien Schulen, und entschied sich aufgrund der Einflüsse aus der Musikwelt in Österreich eine musikalische Laufbahn einzuschlagen. Sein Weg führte ihn nach Mailand, an das Konservatorium für Musik. Antonio Smareglia wurde Opernkomponist. Seine Werke sind ein Beitrag der Oper vom Ende des 19. bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts. Das zeigt sich am besten durch seine Opern Istrische Hochzeit, Falena, Oceana und Abisso.
Die Oper „Istrianische Hochzeit“ spielt in der Heimat des Komponisten in Istrien, in der kleinen Stadt Vodnjan. Diese Oper wurde seit ihrer Entstehung von 1895 bis heute in Triest, Prag, Venedig, Wien, Udine, Pula-Pola, Rom, Maribor-Marburg, Rijeka-Fiume, Mailand, Ljubljana-Laibach, Opatija-Abbazia, Osijek, Zagreb-Agram und Castel‘ Arquato aufgeführt.
Erwähnenswert ist, dass Antonio Smareglia und James Joyce sich aus Triest kannten und Joyce den Komponisten sehr hoch einschätzte. Er hielt ihn für einen der originellsten Komponisten seiner Zeit.
Dass die Ausstellung in Klagenfurt gezeigt wird, ist kein Zufall. Kärnten liegt im Herzen des Alpen-Adria-Raums, jenes kulturellen Begegnungsraums, der seit Jahrhunderten von Mehrsprachigkeit, Mobilität und Austausch geprägt ist. Ähnlich wie Istrien ist Kärnten ein Gebiet, in dem verschiedene Sprachen, Kulturen und Identitäten aufeinandertreffen.
Smareglia ist ein sehr gutes Beispiel dafür.
Durch die Parallelen zwischen Klagenfurt und Pula – als Städte mit Vielsprachigkeit, einem reichen Musikleben, Universitäten und enger Verbindung zu Literatur und Kunst – bietet sich Klagenfurt als Ort für diese Ausstellung an.
Die Ausstellung sollte bei Studierenden, Unterrichtenden, sowie bei einem kunst-, kultur- und musikinteressierten Publikum Interesse finden. Sie lädt dazu ein, Smareglia kennenzulernen oder neu zu entdecken und Istrien als kulturellen Raum zwischen Alpen und Adria zu erleben.
Die Kuratorin der Ausstellung ist die Kunsthistorikerin, Frau. Prof. Gorka Ostojić Cvajner aus Pula-Pola.
Die Designerin der Ausstellung, des Katalogs und der Einladung ist Frau Feodora Gubaš Štifanić aus Pula-Pola.
Text:
Marieta Djaković und Dirk Lyon