Wie verändert Virtual Reality das klassische Konzerterlebnis?
Was passiert, wenn ein Live-Konzert um eine immersive virtuelle Umgebung erweitert wird? Genau das untersucht die neue Studie „Orpheus reimagined“, die Univ.-Prof. Dr. Mats Küssner mit Kolleg*innen soeben in der Fachzeitschrift Virtual Reality veröffentlicht hat.
In einer Konzertreihe erlebten 125 Teilnehmende denselben Ausschnitt aus Glucks Orpheus und Eurydike zweimal: einmal mit VR-Headset und einmal ohne. Die virtuelle Umgebung war visuell auf Musik und Handlung abgestimmt, während die Musik selbst live gespielt wurde.
Die Ergebnisse zeigen vor allem das große Potenzial immersiver Konzertformate: VR verstärkte unter anderem Gefühle von Transzendenz und Spannung und eröffnete eine deutlich stärker visuell geprägte, multisensorische Erfahrung. Gleichzeitig zeigte sich, dass solche Formate Aufmerksamkeit und soziale Wahrnehmung im Konzert neu verteilen – ein wichtiger Ansatzpunkt für die Weiterentwicklung zukünftiger hybrider Konzertformate.
Besonders ermutigend ist die große Offenheit des Publikums gegenüber VR-Konzerten: Die Motivation, künftig erneut ein klassisches Konzert mit VR-Erweiterung zu besuchen, war insgesamt hoch.
Die Studie entstand in Kooperation zwischen der Gustav Mahler Privatuniversität für Musik, der Humboldt-Universität zu Berlin und der Schostakowitsch Musikschule Berlin-Lichtenberg.
Der Artikel in der Fachzeitschrift Virtual Reality ist frei zugänglich.