Für Teil 5 unserer Alumni-Interviewserie haben wir Cornelia Doppelhofer zum Gespräch gebeten. An der GMPU, wo sie ihren Master in Elementarer Musikpädagogik (EMP) abschloss, leitet sie seit vergangenem Jahr das Institut für Interdisziplinäre Musikpädagogik (IMP) und unterrichtet darüberhinaus EMP. Davor schloss sie ein Soziologiestudium an der Karl-Franzens-Universität in Graz ab.

Was sie mit der GMPU verbindet, fasst sie in zwei Wörtern zusammen: „Kreative Gestaltungsräume“ und fragt man sie nach einem Ratschlag an Studierende, antwortet sie: „Macht immer das, wofür ihr brennt, und denkt dabei erstmal nicht an das Resultat.“

Natürlich wollten wir auch wissen, was Conny auf die einsame Insel mitnehmen würde: ihr Fahrrad, viele Bücher und eine Gitarre.

Warum fiel deine Wahl beim Studium auf die GMPU?

Ich bringe eine lange Vorgeschichte aus dem Konservatorium mit. Ich habe dort mit Klavierunterricht in der Volksschule gestartet und bis zur Matura Klavier gespielt, Theoriekurse gemacht und dazwischen Soziologie studiert. Anschließend bin ich mit meiner Tochter ans Konservatorium gekommen und wir haben dort das Elementare Musizieren in der Eltern-Kind-Gruppe besucht. Der Kurs hat mir total gut gefallen, endlich hatte ich wieder mehr Musik im Leben und konnte das machen, was ich gerne mache: Musizieren, Tanzen, Instrumente spielen.

Vor dem Raum des Kurses befand sich ein Aushang für das Studium “Elementare Musikpädagogik” mit den Schlagworten, was das Studium beinhaltet und darin habe ich mich sofort wiedergefunden. Ab da war für mich klar, dass ich das Studium beginne.

Die GMPU ist ein sehr kleines Haus, im Gegensatz zu anderen Universitäten. Man kennt sich persönlich, hat viel miteinander zu tun und kann Lehrende in unterschiedlichsten Rollen kennenlernen. In einer kleineren Universität wird man als Individuum wahrgenommen und hat die Möglichkeit mitzureden und mitzugestalten.

Welche Skills hast du im Studium erworben, die besonders wertvoll sind?

Vorrangig das “Freie Musizieren und Improvisieren”. Nicht nach Noten, die vorgegeben sind, zu spielen, sondern einfach freier zu denken und Musik in unterschiedlichsten Facetten auszuleben. Es ist im EMP-Studium kennzeichnend, nicht nur am Instrument zu sein und ein Stück zu spielen, sondern Musik ganzheitlich zu leben: in Bewegung, Gesang, Rhythmus, Body Percussion,…. Die Musik zu fühlen und sie in allen Facetten wiedergeben zu können und auch andere Personen zu animieren, dasselbe zu erleben ist etwas ganz Besonderes.

Bei meiner ersten Anstellung an einer Musikschule hatte ich das Gefühl, ich wurde im Studium genau für diesen Beruf vorbereitet. Es war so, wie ich es mir vorgestellt hatte und weshalb ich das Studium gemacht habe.

Was würde dein Vergangenheits-Ich nach Studienabschluss zu dir sagen, wenn es dich heute sehen würde?

Es würde sagen: „Unglaublich“. Ich denke, mein Vergangenheits-Ich wäre sehr überrascht. Ich bin durch die Institutsleitung in einer Position, mit der ich nie gerechnet habe und die ich in der Form auch nie so geplant habe. Das war wirklich etwas, das entstanden. Daneben liebe ich die Arbeit mit den Studierenden und das Musizieren mit unterschiedlichsten Gruppen, von denen ich noch immer sehr viel lernen kann. 

Wie empfindest du die Kombination als Lehrkraft in EMP und die Arbeit als Institutsvorständin?

Ich mag die Kombination dieser beiden Tätigkeiten sehr, sie sind sehr konträr, aber für mich passen sie sehr gut. Mein Vormittag besteht meist aus Institutsangelegenheiten: strategische Arbeiten, Meetings, Büroarbeit. Am Nachmittag spaziere in von meinem Büro ins Hauptgebäude der GMPU und bin bereits beim Betreten des Gebäudes von Musik umgeben, weshalb es mir dann leicht fällt den „Change“ in meinen kreativen Bereich, den Unterricht im Rahmen des Elementaren Musizierens, zu vollziehen.

Welchen Ratschlag gibst du an unsere Studierenden weiter?

„Macht immer das, wofür ihr brennt und denkt dabei erstmal nicht an das Resultat“. Das habe auch ich so erlebt: wenn man das macht, wofür man brennt und wofür man eine Leidenschaft empfindet, dann ergibt sich der Rest irgendwie von selbst. Das bedeutet für mich, mit dem Fokus im Moment zu bleiben. 

Wie kam es, dass du nach Studienabschluss die GMPU als Arbeitgeberin entdeckt hast?

Durch eine Stelle bei den Musikschulen hatte ich eine Karenzvertretungsstelle inne, die in Kooperation mit dem Konservatorium durchgeführt wurde. Durch das Unterrichten am Konservatorium konnte ich schon erste Erfahrungen beim Unterrichten von Studierenden sammeln. Das hat mir total gut gefallen. Es war bereichernd, nicht nur direkt mit den Studierenden zu musizieren, sondern auch auf einer Metaebene darüber zu sprechen. Dabei habe ich gemerkt, dass mich das sehr interessiert und mich weiterhin reizen würde. Kurz darauf fand die Umstellung vom Konservatorium zur Universität statt und eine offene Stelle in EMP war ausgeschrieben, auf diese habe ich mich beworben und ich habe die Stelle glücklicherweise bekommen.

Was macht die GMPU als Arbeitgeberin interessant?

Die GMPU ist noch eine recht junge Universität. Man hat gute Möglichkeiten mitzugestalten, Ideen einzubringen und alles noch ein bisschen zu formen. Bei der Gestaltung der Universität mitreden zu dürfen und mitzugestalten ist sehr besonders.