Vom 4. bis zum 14.11.2025 fungierte die GMPU Klagenfurt als „University in Residence“ bei den 42. Ingolstädter Jazztagen. Unter der Gesamtleitung von Univ.-Prof. Julian Schunter gestalteten insgesamt 10 Lehrende und rund 30 Studierende der GMPU eine Vielzahl an Konzerten, Workshops und Musikvermittlungsformaten für unterschiedliche Zielgruppen im Raum Ingolstadt. Mit der starken inhaltlichen und personellen Präsenz bei dem international renommierten Jazzfestival präsentierte sich die GMPU Klagenfurt als künstlerisch vielseitige und pädagogisch innovative Anlaufstelle für Jazz im deutschsprachigen Raum und wurde nun gemeinsam mit den Ingolstädter Jazztagen für das Projekt „YOUNG JAZZ“ in der Kategorie „Musikvermittlung und Teilhabe“ für den Deutschen Jazzpreis nominiert, der am 25.04.2026 in Bremen verliehen wird.

„Die Musiker [der GMPU] haben dieses Festival auf eine ganz wunderbare Weise durchwirkt. Sie sind überall aufgetaucht. Das Ganze hat dadurch so einen Community-Charakter erhalten, was die Atmosphäre des Festivals sehr beeinflusst hat.“ Matthias Neuburger (Kulturamt Ingolstadt) im Gespräch mit Anja Witzke, Donaukurier, 18.11.2025 

Konkret umfasste das Projekt „YOUNG JAZZ“  die nachfolgend detaillierter dargestellten Teilprojekte „Jazz in den Kneipen“, „Jazz for Kids“, „Young Jazz Session“, „Brass in Class“ sowie „Jazz an den Schulen“. Nach der großen Eröffnungsgala am 4.11.2025, bei der Julian Schunter die geplante Zusammenarbeit auf der Bühne präsentierte, bildete „Jazz in den Kneipen“ am 6.11.2025 den Auftakt für die Studierenden der GMPU. Unter der Ensembleleitung von Emiliano Sampaio, Max Grosch, Caroline de Rooij, Philipp Zarfl und Klemens Marktl spielten insgesamt sieben GMPU-Ensembles mit ganz unterschiedlicher stilistischer Ausrichtung in verschiedenen Locations der Ingolstädter Altstadt. Dabei konnten die Studierenden wertvolle Erfahrungen im internationalen Konzertbetrieb sammeln, ihre Referenzen und Netzwerke erweitern sowie die GMPU als attraktiven Standort für die künstlerische Jazzausbildung präsentieren.

Mit „Monking Around“ eröffnete der österreichische Schlagzeuger und Musik-Professor Klemens Marktl am Donnerstagabend im Ingolstädter Weinraum Jazz in den Kneipen. gemeinsam mit seinem Studierendenensemble widmete er sich der Musik des legendären Thelonious Monk – voller überraschender Wendungen, Emotion und Spielfreude. (Donaukurier, 07.11.2025)

Die „Austrian Allstars“ bei Jazz in den Kneipen ©Julian Schunter

„Vocal Lab“ bei Jazz in den Kneipen ©Julian Schunter

Julian Schunter beim Grand Opening der Ingolstädter Jazztage ©Inge Wasilesku

Am 9. und 10. November präsentierte das GMPU Jazz Orchestra (Leitung Reinhold Schmölzer) das interaktive Konzertformat „Jazz for Kids“, konzipiert und geleitet von Julian Schunter. In Zusammenarbeit mit den Schauspieler*innen Paula Gendrisch und Michael Amelung vom Ensemble des Jungen Theaters Ingolstadt erarbeiteten die Studierenden ein Bigband-Programm, das Kinder in einer öffentlichen sowie einer Schulvorstellung aktiv ins musikalische Geschehen einbezog. 

An diesem Tag konnten die Kinder stampfen, klatschen, dirigieren, ein eigenes Instrument bauen und Teil des Auftritts des etwa zwanzigköpfigen GMPU Jazz Orchesters werden, das sie zweifellos mitgerissen hat. Ohne eine Zugabe ließ das begeisterte Publikum die Bigband nicht ziehen. (Christine Zinner, Donaukurier, 11.11.2025)

Fotos 1-4 © Johannes Hauser, Foto 5 © Robert Aichner

Bei der „Young Jazz Session“ am 10. November kam es zur Zusammenarbeit von Musiker*innen der GMPU und dem Wallrap Collective, einem jungen Jazztrio aus der Region. Unter der Leitung des Ingolstädter Schlagzeugers Max Wallrap erarbeiteten Emiliano Sampaio und eine international besetzte Studierendenband der GMPU ein anspruchsvolles Eröffnungsset und ermöglichten so Vernetzung und kulturellen Austausch.

Bei zwei interaktiven Konzerten am 12. November konnten rund 200 Schülerinnen der Sir-William-Herschel-Mittelschule Jazz kennenlernen und selbstwirksam erleben. Das von Martin Krechlak entwickelte und geleitete Format „Brass in Class“ richtete sich gezielt an Schülerinnen im Alter von 10 bis 12 Jahren. Eine mit drei Lehrenden und fünf IGP-Jazz-Studierenden stark besetzte Brassband beleuchtete in der zum Konzertsaal umgestalteten Turnhalle der Schule spielerisch und szenisch verschiedene Facetten des Jazz, wie Improvisation oder Interaktion. Die beteiligten Studierenden konnten hier praktische Erfahrungen in Planung, Gestaltung und Umsetzung musikvermittlerischer Angebote sammeln, während den Ingolstädter Jugendlichen ein unmittelbarer Zugang zu Jazz und improvisierter Musik eröffnet wurde.

„Was ist Jazz?“ – „Jazz ist Freiheit“ schallt es im Turnsaal, mit Klangstäben und rhythmischem Händeklatschen wird das Stück begleitet, während einige Kinder, die zuvor große Klangröhren erhalten haben, hinter Kaya Meller durch den Saal schreiten. […] „Eine tolle Mitmachgeschichte! Ich bin begeistert. Wie diszipliniert haben sie zugehört und mitgemacht“, sagt Klara von Koch über ihre Klasse 5d am Ende. Musiklehrer Mathias Rammelmeier betont, wie wichtig es in diesem Stadtviertel ist, dass „Musik in die Schule kommt“. Die wenigsten der Kinder hätten die Möglichkeit, ein Konzert im Stadttheater zu besuchen. Diese verabschieden […] mit leuchtenden Augen und Riesen-Applaus ihre „Windklangforscher“ von der Klagenfurter Musikuniversität. (Barbara Fröhlich, Donaukurier, 15./16.11.2025)

Vom 12. bis 14. November realisierte die GMPU im Rahmen der Ingolstädter Jazztage die Workshopreihe „Jazz an den Schulen“. Studierende betreuten gemeinsam mit den Lehrenden Michael Erian, Caroline de Rooij, Max Grosch, Emiliano Sampaio, Andreas Mittermayer und Julian Schunter insgesamt 75 Schüler*innen von vier weiterführenden Ingolstädter Schulen in verschiedenen Ensembles: Vokal-Ensemble, String-and-Rhythm-Ensemble, Jazz-Combo, Groove-Combo und Bigband. Die Jugendlichen präsentierten ihre Ergebnisse in einem gemeinsamen Abschlusskonzert am 14. November.

Die Praxisprojekte vermittelten den Studierenden der GMPU wichtige Erfahrungen in Konzertpädagogik und Jazzvermittlung sowie in der jazzdidaktischen Arbeit mit Gruppen. Sie stärkten das internationale Profil der GMPU als moderne Musikuniversität mit musikvermittlerischem Knowhow und eröffneten den Studierenden vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten.

© Robert Aichner