Welche Fächer unterrichten Sie und was macht diese aus?
Ich unterrichte Violoncello und Kammermusik. Was diese Fächer ausmacht? Naja, Cello ist doch einfach das wunderbarste Instrument, das man sich aussuchen kann! Und die Kammermusik ist nicht nur wegen des Repertoires ein ungeheurer Schatz. Sie ist auch die umfassendste und beglückendste Herausforderung für jeden Musiker, jede Musikerin: die eigene Stimme beherrschen wie ein Solist, Partitur lesen und für die Interpretation Verantwortung übernehmen wie ein Dirigent und sich als Teil eines größeren Ganzen verstehen wie ein Orchestermitglied.

Was macht das Unterrichten spannend?
Die Begegnung mit so vielen verschiedenen Menschen und ihre unterschiedlichen Arten zu denken, zu lernen, zu kommunizieren. Das ist auch für mich als Lehrer immer wieder eine neue Standortbestimmung und das finde ich sehr bereichernd.

Was mögen Sie an Klagenfurt? Warum sollte man hier studieren?
Ich denke es ist ein Privileg, ein bisschen abseits der ganz großen Verkehrsadern – auch im musikalischen Sinn – in Ruhe lernen zu dürfen. Wir MusikerInnen brauchen Stille, Zeit und die Natur für unser Tun, um auszuprobieren, um Inspiration zu finden und um wachsen zu können. Das alles bietet Klagenfurt und seine Umgebung ganz wunderbar.

Warum haben Sie sich für Ihr Instrument entschieden?
Ich war 5 Jahre alt, als mir jemand ein Cello zeigte und etwas vorspielte. Das war’s… bis heute.

Welche Station(en) in Ihrem Werdegang hat(haben) Sie fachlich am meisten geprägt? 
Der Begegnung mit Mario Brunello verdanke ich sehr viel als Cellist und als Lehrer. 

Sehr eindrücklich war auch die Zeit im Mahler Chamber Orchestra unter Claudio Abbado, mit seinen Interpretationen die ebenso den Willen des Komponisten respektierten wie sie die maximale Bereitschaft zu subjektivem Ausdruck eines jedes Orchestermitglieds forderten.

Und sehr wichtig waren – und sind – die vielen Wege und Umwege mit meinen langjährigen Quartettkollegen auf der Suche nach eigenen musikalischen, interpretatorischen und technischen Lösungen.

Was macht die GMPU Ihrer Meinung nach aus?
Die GMPU ist ein besonders freundliches, offenes Haus, nicht allzu groß, aber das Angebot für Studierende ist breit. Die überschaubare Größe erlaubt, dass sich alle Beteiligten der GMPU kennen und oft begegnen. So erleben wir täglich, dass so eine Institution nur durch das Zusammenwirken aller funktioniert, seien es Direktion oder Raumpflege, die einzelnen Institute, Studierende oder Lehrende, Verwaltung, Kaffeemaschinenbetreiber oder Covid-Tester. Das mag ich sehr.