Welche Fächer unterrichten Sie und was macht diese aus?

Derzeit unterrichte ich zkF Klavier, ECM und Nebenfach Kammermusik. Das Hauptfach Klavier zeichnet sich durch die große Bandbreite der Stilepochen und die daraus resultierende enorme Größe des Repertoires aus. Dies den Studierenden neben einer fundierten Technik zu vermitteln, ist eine spannende und schöne Herausforderung.
Im Bereich ECM steht die Förderung junger Talente mit der Vorbereitung auf ein Studium im Mittelpunkt.

Die Freude und Begeisterung für das Musizieren muss hier mit der Erziehung zum selbständigen, professionellen Üben und der öffentlichen Präsentation verbunden werden. Die Kammermusik ist sozusagen die Krone des Musizierens: das „Aufeinanderhören“ und Reagieren setzt eine große Beherrschung und Sicherheit des eigenen Instrumentes sowie fundierte Kenntnis der gesamten Partitur voraus.

Was macht das Unterrichten spannend?

Die Begegnung mit jungen Menschen. Jede/jeder Studierende ist eine Persönlichkeit und kommt mit ihrer/seiner eigenen Vorgeschichte ins Studium. Ein Unterrichten nach „Rezept“ gibt es also nicht. Man muss individuell auf die Bedürfnisse und Probleme jeder/jedes Einzelnen eingehen, spontan auf manchmal überraschende Fragestellungen reagieren, die passenden Stücke aus einem riesigen Repertoire auswählen. Bei der Suche nach Problemlösungen für die Studierenden (Übestrategien, Interpretationen) lernt man außerdem immer wieder selbst dazu. Dadurch bildet man in gewisser Weise auch Persönlichkeiten heran.

Was mögen Sie an Klagenfurt? Warum sollte man hier studieren?

Die Stadt selbst strahlt eine liebenswerte „Entspanntheit“ aus, das Umland bezaubert mit landschaftlicher Schönheit. Diese war es auch, die schon in der Vergangenheit große Musiker in die Region gelockt hat – Johannes Brahms, Gustav Mahler, Alban Berg etc. Das kulturelle Angebot kann sich mit einem kleinen, aber sehr feinen Stadttheater, dem KSO, dem Musil-Haus, dem Carinthischen Sommer in Ossiach usw. durchaus sehen lassen.

Warum haben Sie sich für Ihr Instrument entschieden?

Das war keine Entscheidung, sondern „Liebe auf den ersten Blick (Ton)“. Der Klangreichtum, die Mehrstimmigkeit, Tonumfang und Volumen, das schier unüberschaubare Repertoire mit einer Unmenge an „Highlights“, die Möglichkeit, mit anderen Instrumenten oder Gesang in allen erdenklichen Besetzungen zu musizieren, das Orchester zu ersetzen….  was braucht man mehr?

Welche Station(en) in Ihrem Werdegang hat(haben) Sie fachlich am meisten geprägt?

Meine erste Klavierlehrerin, eine lebensfrohe Nonne, die mir die Liebe zur Musik vermittelt hat. Die Begegnung mit einigen beeindruckenden Künstlern, wie Nikita Magaloff oder Oleg Maisenberg. Aber allen voran mein letzter Lehrer Sebastian Benda, der selbst Schüler Edwin Fischers war und als solcher Repräsentant einer Künstlergeneration um Alfred Brendel und Paul Badura-Skoda. Als besondere Auszeichnung empfinde ich es bis heute, nach meinem Studium bis zu seiner Emeritierung Assistentin in seiner Meisterklasse gewesen zu sein.

Was macht die GMPU Ihrer Meinung nach aus?

Die GMPU punktet ob ihrer Kleinheit mit familiärer, intimer, persönlicher Atmosphäre gegenüber der Anonymität mancher großen Institutionen. Hier lehren ausgezeichnete internationale Künstler*innen im Spannungsfeld des Alpe-Adria-Raumes, in dem sich so viele unterschiedliche Mentalitäten und Nationalitäten gegenseitig beeinflussen.